Rekonstruktionschirurgie

Ästhetik und Funktion des Gesichtes wiederherstellen

Bei einem Plattenepithelkarzinom ist nach wie vor die Operation die Therapie der ersten Wahl. Die chirurgische Sanierung und der Erhalt bzw. die Wiederherstellung funktionell bedeutsamer Strukturen stehen im Vordergrund. Dabei ist es das Ziel, den Tumor sowie die ableitenden Lymphbahnen im gesunden Gewebe zu entfernen. Durch die heutigen Möglichkeiten der Kombination mit adjuvanten Verfahren (Chemo­therapie, Strahlen­behandlung) und der Wiederherstellungschirurgie ist eine Opera­tion oft auch bei sehr großen Tumoren möglich, die früher aufgrund des dabei entstehenden Verlustes von Weichgewebe und Knochen als inoperabel galten.

Die plastische Wiederherstellungschirurgie zählt daher zu den wichtigsten und „dankbarsten“ Gebieten der Mund-Kiefer-Gesichts­chirurgie. Wo zum Beispiel nach Operationen, Verletzungen und Unfällen äußere oder innen liegende Defekte ver­bleiben, können das natürliche Aussehen und die natürliche Funktion der betroffenen Bereiche wiederhergestellt werden. Darauf ist der Mund-Kiefer-Gesichtschirurg spezialisiert. Mit hoch entwickelten mikrochirurgischen Operations­techniken kann Knochengewebe genauso rekonstruiert werden wie die Weich­gewebe des Gesichts und Kopfs. Fehlendes Gewebe kann dabei meist mit Transplantaten aus anderen Bereichen des Körpers ersetzt werden. In der Entwicklung solcher Verfahren zählt die Mund-Kiefer-Gesichts­chirurgie zu den führenden Fächern. Speziell bei der Rekon­struktion der Kiefer gilt die Transplantation von Knochen bereits als Standardver­fahren zur kaufunktionellen Rehabilitation mit Implantaten und Prothesen.

Bei der spektakulären Transplantation von Gesichtsweichteilen eines Fremd­spenders hat der französische Mund-Kiefer-Gesichtschirurg Prof. Bernard Devauchelle grundsätzlich die in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie gebräuchlichen Techniken des freien Gewebetransfers mit mikrochirurgischen Methoden verwendet. Da bei Fremdspenden jedoch eine lebenslange medikamentöse Unterdrückung des Immunsystems zur Vermeidung von Abstoßungsreaktionen erforderlich ist, kann dieses Verfahren nicht in der Tumorchirurgie eingesetzt werden.