Zahnimplantate: Wer leistet was?

Festsitzende Zähne auf Implantaten erfreuen sich aufgrund ihrer vielen Vorteile seit einigen Jahren zunehmender Beleibtheit. Schätzungen zufolge wurden im letzten Jahr über 1 Million künstliche Zahnwurzeln gesetzt. Heutige Zahnimplantate vom Spezialisten sind inzwischen sehr sicher, halten quasi ein Leben lang und sind in der Regel von den echten Zähnen nicht mehr zu unterscheiden. Doch auf dem dentalen Markt der Eitelkeiten gibt es neben ausgewiesenen Könnern und Künst­lern leider auch Scharlatane und Unkundige, die am ahnungslosen Patienten unsachgemäß Hand anlegen. Dies mitunter mit verheerenden Folgen. Denn nicht immer halten Implantate im Alltag, was der Anbieter verspricht.

Somit ist der Patient im eigenen Interesse gefordert, die unterschiedlichen Angebote, Methoden und Materialien genau zu vergleichen und den Mediziner auf „Herz und Nieren“ zu prüfen. Zahnärzte, Oralchirurgen und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen (MKG-Chirurgen) dürfen grundsätzlich Zahnimplantate setzen. Entscheidender Faktor über Erfolg oder Misserfolg einer Behandlung ist die Erfahrung des implantologisch tätigen Experten.

Die Eingliederung von Implantaten stellt einen operativen Eingriff dar. Dabei gilt die Regel: Je komplexer der Eingriff, um so größer die Qualifikation des Operateurs. Wer sich seit geraumer Zeit auf die Implantologie spezialisiert hat und mehr als 150, besser 500 Implantate im Jahr setzt, sollte über eine gewisse Routine verfügen. Und: Welche Diagnostik setzt der Chirurg ein? Digitale Volumentomographie (DVT), die strahlungsarm hoch aufgelöste dreidimensionale Abbildungen speziell auch hin­sichtlich des Nervverlaufs, Wurzellage und Knochensituation liefert, oder die üblicherweise verwendete Computertomographie (CT)? Wird computergesteuert geplant und operiert, um noch exakter und schmerzarm durch kleinste Bohrungen zu implantieren – oder weil der Operateur noch unerfahren ist und gerade diese Methode im Wochenendkurs gelernt hat? Bei einer möglicherweise auftretenden Komplikation kann dann allerdings kein Computer oder Roboter mehr helfen. Umfangreiche Kenntnis der konventionellen Operationsschritte und die sichere Beherrschung aller während der Operation möglicherweise eintretenden Kompli­kationen ist und bleibt unverzichtbar. Bildet der Implantologe sich regelmäßig fort?

Ist er auf dem aktuellen Stand der Methoden und Materialien und kann so dem Patienten die optimale Behandlung mit entsprechendem Erfolg hinsichtlich Halt­barkeit, Funktion und Ästhetik bieten? Kann er eine Zertifizierung im Bereich Implantologie nachweisen? Die Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) bietet ihren Mitgliedern im Rahmen der Qualitäts­sicherung Implantologie umfangreiche Zertifizierungsfortbildungen. Neue Statistiken belegen, dass die DGMKG auch Spitzenreiter in punkto Praxis-Zertifizierung ist: Aktuell sind mehr als 95 % der MKG-chirurgischen Praxen zerntifiziert. Ebenfalls Standard beim Profi-Implantologen: ausschließlich zugelassene bzw. zertifizierte Materialien (Implantat, Knochenaufbaumaterial etc.) und Gerätschaften, professionelles OP-Umfeld und Anästhesie, ausführliche Dokumentation des gesamten Behandlungs­verlaufs. Die DGMKG rät, im Beratungsgespräch alle Aspekte zu er- bzw. hinterfragen: Ein seriöser Anbieter wird damit keine Probleme haben und alle Fragen in Ruhe beantworten. Sollten Betroffene dennoch ein „schlechtes Bauchgefühl“ haben: Zweitmeinung einholen.

Speziell das Einsetzen von Dentalimplantaten zählt zu den ganz besonderen Schwer­punkten der MKG-Chirurgie. Mehr als 50 % aller Implantationen in Deutschland werden aktuell von Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen durchgeführt. Patienten profitieren durch die Verbindung von zahnmedizinischer, allgemein- und knochenchirurgischer Kompetenz, bekommen auch bei schwierigen Voraussetzungen alle erforderlichen Maßnahmen aus einer Hand.

Eine Ärzteliste mit Zertifizierungsangaben finden Sie hier.