Durchbruch in der Qualitätssicherung:
Erstmals Studiengang „Ästhetische Gesichtschirurgie“

Das Gesamtmarktvolumen im Bereich der Schönheitschirurgie umfasste Schätzungen zufolge im letzten Jahr rund 700 Mio Euro. Hiervon möchten immer mehr Anbieter größtmöglich profitieren, die Zahl ideenreicher Beauty-Docs und dubioser, undurchsichtiger Offerten von mitunter nicht adäquat ausgebildeten oder unerfahrenen Ärzten steigt weiter. Die Folgen sind für den oftmals ahnungslosen Patienten mitunter verheerend. Deshalb bleibt Qualitätssicherung und -kontrolle in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie und speziell auch in der ästhetischen Gesichtschirurgie nach wie vor eine wichtige Forderung, die bisher stark nach­besserungswürdig erschien. Doch diese klaffende Lücke des transparenten Qualitätsnachweises hat die Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichts­chirurgie (DGMKG) jetzt bahnbrechend geschlossen und nach langer Vorarbeit im Oktober 2010 den neuen Studiengang „Ästhetische Gesichts­chirurgie“ in Zusammenarbeit mit der Universität Witten/Herdecke eingerichtet.

„Damit haben wir einen Meilenstein gesetzt und für das Fach Mund-Kiefer-Gesichts­chirurgie und die DGMKG – und natürlich zum absolut direkten Patientennutzen - Voraussetzungen geschaffen, die keine andere Berufsgruppe innerhalb der deut­schen Fachärzteschaft aufweisen kann“, sagt Prof. Dr. Dr. Stefan Haßfeld, Wissen­schaftlicher Leiter der EFMZ, nicht ganz ohne Stolz.

Für die Zahnimplantologie wird er von einigen wenigen deutschen Universitäten bereits angeboten, der Studiengang Implantologie. So auch an der Universität Witten/Herdecke, die bereits seit dem letzten Wintersemester 2009/2010 – auch auf Bestrebung der DGMKG - mit 66 Studenten diesen Studiengang mit Master of Science (M.SC.) Abschluss gestartet hat. Völlig neu und erstmalig in Deutschland ist zum Wintersemester 2010/2011 der Master­studiengang „Ästhetische Gesichtschirurgie“ an der Universität Witten/Herdecke eingerichtet worden, die damit eine wichtige Vorreiterrolle einnimmt. Initiator und Wegbereiter des neuen Studiengangs war dabei die DGMKG, die speziell hierfür die Europäische Fortbildungs­akademie für Medizin und Zahnmedizin Fachbereich Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (EFMZ) an der Universität Witten/Herdecke gegründet hat.

Auf neuen Wegen zum Meister

Der neue Masterstudiengang „Ästhetische Gesichtschirurgie“ hat zum Winter­semester 2010/11 mit 78 Teilnehmern begonnen und umfasst 4 Semester mit einem geschätzten Zeitbedarf von 1.500 Stunden, davon mindestens 350 Pflicht-Stunden an der Universität selbst. Inhaltlich werden von fachübergreifenden Dozenten alle wesentlichen Aspekte der Ästhetischen Gesichts­chirurgie wissenschaftlich präsentiert, erarbeitet und im praktischen Teil in Form von Klinik- und Praxis­hospitationen und selbst durchgeführten OPs unter Supervision umgesetzt: Grund­lagen der ästhetischen Gesichtschirurgie, Face-Halslift, Behandlung von Gesichts­falten und Narben, Rhinoplastik und Gesichts­fehlbildungen, profil­verbessernde Chirurgie und ästhetische Chirurgie der Kinn-Halsregion, Ohrmuschel­korrekturen, Blepharoplastik in Wissenschaft und Praxis verbunden mit Komplikations­manage­ment ergänzt durch Seminare in Ökonomie, Recht und Qualitäts­management, alles wird in Vorlesungen, Seminaren und praktischen Übungen ausführlich behandelt und vertieft. Erst wer in jedem einzelnen Teil die Prüfung bestanden hat, wird zur Masterthesis zugelassen. Und wer diese besteht, kann sich zukünftig des neuen, aussage­kräftigen Qualitätssiegels „Ästhetische Gesichts­chirurgie, Master of Science (M.SC)“ rühmen. Somit haben Patienten demnächst ein klares Qualitätszeichen im mitunter undurchsichtigen Dschungel der Angebote.